Natur Pur

 

Ein Hamburger Bach benötigt Hilfe!

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Samstag, 24. September 2016

Renaturierung des Bornbachs

3. Woche

Der Eisvogel in Hamburg (ein Bericht von Pauline)
Der Eisvogel (Alcedo atthis) wurde 2009 zum Vogel des Jahres gewählt. Es werden immer nur solche Vögel gewählt, die mit ihrem Umfeld Probleme haben. Aus diesem und anderen Gründen haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, einen Teil des Bornbachs zu renaturieren und somit einen besseren Lebensraum für die dort lebenden Lebewesen zu schaffen.

Die Eisvögel bevorzugen klares ruhiges Gewässer mit vielen kleinen Fischen. Man sieht sie an Flüssen, Kanälen, Entwässerungsgräben, Fischteichen und im Winter auch häufig an unseren Küsten. Sie sind ca. 17 cm groß. Sie sind unverwechselbar durch ihren dicken Kopf und den kurzen Schwanz. Die schillernden Farben sind beim Eisvogel einzigartig. Je nach Sonneneinwirkung und Gefiedernässe wirken sie anders, der Rücken leuchtet dann von blau bis ins Türkis und die Unterseite von rot bis rostbraun. Eisvogelweibchen und Eisvogelmännchen unterscheiden sich kaum. Das Weibchen hat einen roten Unterschnabel und ist etwas größer als das Männchen. Das Männchen hat einen schwarzen Schnabel. Wenn man sie in der freien Natur beobachtet, kann man die Unterschiede kaum erkennen, da es sehr schnelle Flieger sind. Wenn sie zu ihrem Ansitz geflogen kommen hört man ihre Rufe von weitem. Der Ruf/Stimme ist ein „tieht tieht“. Trifft man sie an einem ihrer Ansitze an und geht zu nahe heran, fliegen sie sehr schnell fort, da es sehr scheue Vögel sind.

Wann brü̈ten Eisvögel?
Der Eisvogel hat normalerweise 2 Jahresbruten in der Zeit von Mai bis Ende August. Das Nest befindet sich am Ende seiner gegrabenen Brutröhre. Er legt durchschnittlich 5 bis 7 Eier. Die Brutdauer beträgt durchschnittlich 21 Tage und es brüten beide Elternteile. Die Nestlingsdauer (Nesthocker) beträgt normalerweise 25 Tage. Während dieser Zeit werden die Jungen von beiden Elternteilen gefüttert. Nach dem Verlassen der Brutröhre werden die Jungen nur noch ein paar Tage zu gefüttert, bevor sie sich dann ein eigenes Revier suchen müssen. Ein Eisvogel kann bis zu 10 Jahre alt werden. Die Nahrung der Eisvögel besteht aus kleinen Fischen, Kaulquappen, kleinen Molchen, kleinen Fröschen und anderen wirbellosen Tieren. Eisvögel würgen wie Eulen Gewölle (Speiballen) hoch. Aus den unverdaulichen Teilen der Beute. Sie leben und brü̈ten meist an Flüssen, wie den Fluss/Bach, den wir renaturiert haben. Die Brutröhren sind ca. 50 bis 80 cm tief.
Eisvögel sind Zug-, Teil- und Standvögel je nachdem in welchem Gebiet sie sich aufhalten. Deswegen ist es wichtig, die Natur und besonders Gewässer, Flüsse naturnah zu erhalten, damit so ein wundervoller Vogel einen geeigneten Lebensraum auch in Hamburg finden kann.

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Tagesbericht "Natur pur" 20.09.2016
An diesem Tag wartete morgens vor dem Container eine kleine Überraschung auf uns. Die Hündin Lia wird uns für heute Gesellschaft leisten.


Als endlich alle mit Handschuhen und Gummistiefeln oder Wathose ausgestattet und das Material aus dem Container geräumt war, ging es mit bereits beladenen Schub- und Sackkarren hinunter zum Bach, wo die beiden Gruppen ihre ersten Arbeitsaufträge erhielten.
Unsere Gruppe musste zuerst zwei Baumstämme im Bach anbringen. Dafür haben wir die Stämme in die richtige Position (ca. 45° Winkel entgegen der Strömung) gebracht und Holzpflöcke mit dem Vorschlaghammer daneben ins Bachbett geschlagen. Diese wurden mit Draht angekrampt und danach noch tiefer nach unten geschlagen. Die nächste Aufgabe war ein Strömungslenker aus großen Steinen.
Ein paar Steine hatten wir bereits geholt, als Andreas die erste Pause ankündigte, in der wir uns für die weitere Arbeit stärken konnten.

Nun ging es weiter. Noch mehr große Steine wurden geholt und im Fluss angeordnet. Später wurde die gesamte Konstruktion noch mit Kies ausgebessert, was, da der Kieshügel von der Arbeit der letzten Wochen bereits ein ganzes Stück geschrumpft war, gar nicht mehr so leicht ging. Doch nach etwa einer Dreiviertelstunde gab es schon wieder eine Pause, in der wir uns erholen und ausruhen konnten.


Dann ging es weiter mit einem neuen und diesmal sehr dicken Holzstamm, der, wie oben erklärt, in den Flusslauf eingebracht werden musste. Weil beide Gruppen so fleißig gearbeitet haben wurden nur noch Material im Container verstaut und Wathosen und Gummistiefel ausgezogen. Wir durften als Belohnung eine halbe Stunde früher nach Hause gehen, als sonst.            Jette

Tiere am Bach (ein Bericht von Jette)
Der Bornbach dient vielen Lebewesen als Nahrungsquelle oder Zufluchtsort. Bei unserer Bach-Renaturierung stoßen wir oft auf Frösche, die sich ihren Weg durch die Ranken am Ufer bahnen. Um sie zu schützen, setzen wir sie, sobald wir sie sehen an sichere und geschütztere Stellen.
Die wohl bekannteste Froschart ist der Laubfrosch (Hyla arborea), der in großen Teilen Europas vorkommt. Er hat eine blattgrüne Färbung und kann 3 bis 5 cm groß werden. Weitere Arten sind der hier eher seltene Springfrosch, der bis zu 8 cm groß werden kann und der Grasfrosch. Alle drei Arten  sind durch Zerstörung ihrer Lebensräume und häufige Verluste im Straßenverkehr gefährdet. Insgesamt kennt man heute um die 6000 verschiedene Arten von Fröschen, von denen viele im Regenwald und manche sogar in der Wüste leben. Frösche fressen alle Insekten- und Spinnenarten. Sie sind Lauerjäger.


Doch Frösche sind nicht die einzigen Tiere, die wir am Bach antreffen. Gleich am ersten Tag unserer Herausforderung sind wir auf einen Wasserskorpion gestoßen. Der Wasserskorpion ist ein Insekt, welches in großen Teilen Europas, in Afrika und im Norden Asiens vorkommt.

Außerdem sind dort, wo wir arbeiten viele Mücken und andere Insekten zu finden. Auch Spinnen sind keine Seltenheit. Zwar nicht gesehen, aber immerhin gehört haben wir einen Eisvogel, der sich von verschiedenen kleinen Fischen aus dem Bach ernährt. Der Eisvogel frisst nur Fische, die er im Ganzen herunterschlucken kann, weil sein Schnabel sich nicht zum Zerreißen der Beute eignet, wobei er darauf achtet, sie so zu verspeisen, dass die Schuppen in die richtige Richtung zeigen. Den Eisvogel erkennt man daran, dass er in einer geraden Linie über den Bach hinweg fliegt, um zu jagen und an seinem an den Flügeln und auf dem Rücken, kobaltblauen Gefieder mit einem Stich ins Türkisfarbene.

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Heute (20.09.) haben mal wieder alle Schüler und Schülerinnen gezeigt, was in ihnen steckt.
Diese Steine wiegen viele Kilos:


Es konnten meistens nicht genug sein, sie waren einfach nicht zu bremsen, haben aber die stündlichen Pausen genutzt um wieder Kraft zu tanken. Ob es in einer Schubkarre stattfand, im Bach oder mit der besonderen Musik von Emil im Container, der einen Lautsprecher hatte, der sogar im Bach lief, den er aber nicht immer nutzen konnte, weil einige diese Musikart nicht teilten.


Neben Steine schleppen, der Arbeit am Bach mit den Spaten und den letzten Kieshaufen zusammenzukratzen, gab es noch die Arbeit mit Strömungslenkern aus Baumstämmen, die gesägt werden mussten.
Mit den jetzigenTemperaturen schafft man mehr, der Spaß ist immer dabei. Vor dem Schluss musste noch eine Froschfamilie in Sicherheit gebracht werden, die sich allerdings so in den Steinen verkrümelt haben, dass wir morgen noch mal vorsichtig nachsehen, ob sie inzwischen eine andere Unterkunft haben, oder doch noch zu finden sind.     B.L.

19.09.

Als wir heute morgen alle da waren und fertig umgezogen, haben wir zuerst das Material raus geholt aus dem Container und es zum Bach gebracht. Ein paar von uns haben auch gleich Kies im Schubkarren mitgenommen. Als wir dann am Arbeitsort waren, hat Andreas uns gesagt, was unsere Gruppe machen soll. Wir mussten einen Strömungslenker aus Steinen bauen. Erstmal hat unsere Gruppe große Steine geholt. Diese haben wir dann ordentlich im Bach verteilt. Anschließend haben wir Kies geholt und ihn über die großen Steine verteilt. Danach waren wir fertig mit der ersten Aufgabe. Nach der Pause haben wir dann weiter gearbeitet und zwar haben wir einen zweiten Strömungslenker gebaut, aus Todholz. Wir haben das Holz mit Pflöcken, Draht und Krampen im Bach befestigt. Danach waren alle ziemlich kaputt. Dann mussten wir nur noch das Werkzeug wegbringen und durften dann gehen.  Kylie

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2. Woche ... 12. - 16.09.16

Die ersten beiden Wochen haben wir unter hohen Temperaturen (bis zu 30 Grad) Steine geschleppt und Strömungslenker gebaut. Wir sind ein großes Stück voran gekommen.

Am Donnerstag haben wir uns im Naturbad Kiwittsmoor, das nur noch an diesem Tag geöffnet hatte, ein bisschen abkühlen können. Alle hatten viel Spaß und nun kann die letzte Woche mit guter Stimmung beginnen.

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Die erste Woche ist geschafft!  05. – 09.09.16


Diese Gruppe wird in den nächsten 3 Wochen, in Zusammenarbeit mit NABU-Hamburg, einen Teil des Bornbachs renaturieren

Mit viel Sonne und hohen Temperaturen haben wir trotzdem ein ganzes Stück geschafft. Darauf sind alle stolz. Die Beine stecken in kniehohen Gummistiefeln oder in Wathosen, der Schweiß rinnt an allen Körperstellen herunter. Weil es allen so geht, wird darauf nicht geachtet.

Aufgabe der Renaturierung ist, Strömungslenker aus Holz, Kies und Geröll zur Renaturierung des Bornbachs zu erreichen.

Nach der Klärung der Wassergüte und was alles im Bornbach an Lebewesen zu finden ist, und wie der Bach verläuft, geht es darum, den Bornbach weiter zu renaturieren. Auf die vielen Frösche wird besonders geachtet. Wenn es gerade wieder eine Fuhre Kieselsteine gibt werden erstmal die Frösche geschützt. „Halt! Hier sind noch Frösche! Die müssen erstmal in Sicherheit gebracht werden“!  Dann kann es weiter gehen. Nach eingehender Betrachtung der Frösche und die gesicherte Unterbringung kann es weiter gehen.
Auch Wasserskorpione und viele andere Lebewesen leben im Bornbach. So viel Aufmerksamkeit auf Kleinlebewesen, wie Wasserskorpione und Wasserasseln und andere Kleintierlebewesen, wird hier zum Thema.

Daneben werden die langen Wege vom Arbeitsort zum Bach erst einmal nicht registriert. Nur wenn es um die großen Steine und geht und wie sie dann in den Bach purzeln. Das ist eine große Herausforderung, der sich alle gern stellen.  „Wer schafft den größten Stein?“ - „Wer schafft die meisten Eimer“?

Viele haben sich eine Wathose angelegt, um im kühlen Bornbach eine Abkühlung zu erreichen und um keine nassen Füße zu bekommen. Die Wathose besteht aus Hose, verbunden mit Stiefeln.
Manche kommen auch gern mal nass wieder heraus oder auch lieber gar nicht.

Die Wege sind lang aber auch breit genug, um auch mal einen Apfel oder Pflaumen, die auf dem Weg zu finden sind, zu essen ohne anderen im Weg zu stehen.

Noel beschreibt den ersten Tag:

Nach der Klärung der Wassergüte sind wir  mit  Schubkarren, die voll mit Kiesel beladen wurden, zum ersten Arbeitsort gegangen und haben ihn in den Bach geschüttet. Der genaue Platz wurde mit nummerierten Holzschildern gekennzeichnet. Mit dem Kies wird bezweckt, dass der Bach weniger Platz hat und die Strömung schneller fließt.