4 Rollen - 1 Ziel

Wir wollen in nur 13 Tagen von Hoisbüttel nach Kopenhagen skiken (ca. 305 km).

Skiken ist so ähnlich wie Skaten - nur mit Stöcken! Die Technik ähnelt dem Cross-Stil beim Skilanglauf und ist sehr anstrengend und anspruchsvoll.

Daher werden wir die erste Woche in Hamburg bleiben, trainieren, Touren mit Gepäck fahren und uns angemessen auf die herausfordernde Tour nach Kopenhagen vorbereiten.

Berichte

Montag, 3. September 2018

Fünfter Tag

Bevor wir zum fünften Tag kommen, noch ein schönes erlebnis vom start des vierten tages. Bolli musste am Morgen eine Einweisung in die Benutzung einer Toilette, nach einem grossem Geschäft geben, da zu diesem Zeitpunkt klar wurde dass das betätigen einer Klospülung noch nicht von allen beherrscht wurde. So kam es zu einer Verstopfung der einzigen Toilette die uns zur Verfügung stand. Obwohl es den SuS sichtlich unangenehm war, da auch die Hauseigentümer anwesend waren, haben sie die erste Lektion verstanden: nicht erst die halbe Klorolle leer machen und dann Spülen, sondern in mehreren Spülvorgängen.
Doch nun zum fünften Tag:
trotz der betrunkenden Fussballer in den Umkleiden gegenüber, konnten  wir eine ruhige und erholsame Nacht in der Turnhalle der Grundschule verbringen. Bei strahlendem Sonnenschein flogen wir über jeglichen Asphalt, bis ich auf einmal einen markerschütternden Schrei hörte. Eine Schülerin war gestürzt und sagte sie könne ihren Arm nicht mehr bewegen.
Trick 17 brachte die Warheit ans Licht:
"zieh mal schnell dein Schoner aus, dann schau ich mir den Arm an ". Daraufhin machte die Schülerin ihren Arm sofort krumm und zog den Schoner aus. Schonmal nicht gebrochen.
Trick 18:
"Halt dich mal fest, ich zieh dich nach oben". Die Schülerin zog sich mit hilfe des "kaputten" Arms nach oben, also auch nicht verstaucht. Weiter gings, 24 km schafften wir in sechs anhalb Stunden, unsere best leistung. Eine Unterkunft in Heide zu finden entpuppte sich als nahezu unmöglich. Im Veranstaltungsraum eines Restaurants haben wir nach langer Suche tatsächlich eine Unterkunft gefunden. Hier haben wir Teppich und dürfen den Getränkekühlschrank mit Säften und Softdrinks leer machen. Schließlich gingen wir noch auf das Straßenfest in Heide, wobei die SuS auch hier ihr können als Meisterhändler an den Pommesbuden unter Beweis stellen konnten. Morgen früh geht es weiter nach Friedrichstadt.

Grüße, Bolli & Emma

Sonntag, 2. September 2018

Tag 3

Zum glück hatten wir schon am Morgen eine Unterkunft, durch eine Freundin von Ailina durften wir in einem Raum auf ihrem Bauernhof Schlafen. Wir konnten uns also Zeit lassen und in aller Ruhe die 22 km angehen. Auf der fahrt ging vielen die Lebensmittel aus. Das blieb nicht lange unbeobachtet: so brachte uns eine Frau als wir eine Pause kurz vor Wacken machten, Naschi, Knabber-kram und Getränke vorbei. Wir haben bisher viele positive Erfahrungen mit der Gastfreundschaft der Schleswig-Holsteiner gemacht. Auch das villeicht ein Grund für die heutige Motivation der SuS. Schließlich erreichten wir Holsten-niendorf um 18:30.
Zur Unterkunft: der Raum auf dem gigantischem Bauernhof entpuppte sich leider als viel zu klein für 12 Personen. Die hälfte der Gruppe war sofort bereit in der nach vorne geöffneten Scheune auf Stroh zu schlafen. Die SuS waren so platt dass das um 4 uhr morgens startende Melken der Kühe neben an, sie nicht weckte. Auch die mini Dramen an diesem morgen (Stimme weg, Loch in der Isomatte, spucken in der Nacht und eine durch grob fahrlässiges Verhalten verstopfte Toilette im Hause der Gastgeber ) hinderten uns nicht daran frohen Mutes weiter zu rollen. Damit die geschundenen und an ihre Leistungsgrenzen gekommenden SuS neue Kräfte schöpfen können entschieden wir heute nur 7 km nach Schafstedt zu fahren. Hier in der Grundschule können wir in der Turnhalle übernachten, dürfen Duschen und die Weichböden benutzen. Einkaufs-möglichkeiten gibt es leider nur an der Tankstelle. Der Tag wird mit Duschen, Klamottenwaschen und chillen verbracht. Morgen gehts 22 km weiter nach Heide.
Bolli und Emma Ende.

Sonntag, 2. September 2018

Zweiter Tag

Aufgrund des dauer Regens wurde, wurde uns das versprochende Frühstück in die Schule gebracht. Was für ein luxus. Frische Brötchen,  Marmelade , Joghurt , Aufschnitt, Käse , aber vorallem - NUTELLA. Wir durften uns noch bis Regen ende in der Turnhalle aufhalten. Nach mehreren kleinen Dramem und abbrech versuchen, ging es endlich weiter. Wetter optimal. Kühle 18 c wolkig ohne regen. Dennoch : kurz vor Itzehoe nächste Schülerin mit Schnappatmung, Notarzt gerufen Emma mit eingestiegen und wieder alleine weiter. Gegen 16:15 uhr ankunft in Itzehoe. Nach diversen gesprächen mit den Eltern der kinder die schon wieder, beziehungsweise immernoch abrrechen wollen, haben wir schließlich unterkunft in einem Pastoriat direkt am Friedhof gefunden. Auch an diesem Abend wurde wieder viel geweint. Zum glück tauchte ein rettender Samariter in form von Riekes mama auf, behandelte nicht nur diverse schmerzende Gliedmaßen, sondern tauschte auch den viel zu klein geratenden turnbeutel ähnlichen Rucksack ohne Hüftgurt eines Schülers gegen einen anständigen Rucksack aus. Die SuS kochten sich wahre kulinarische Spezialitäten (Nudeln mit Pesto, Dosen-ravioli, und Tütensuppen). Da wir kurz vor einem gesamten abbruch standen weil ich einfach nicht mehr konnte und sich an der einstellung der SuS etwas komplett ändern musste, bekamen sie die aufgabe eine Lösung zu finden mit der alle Leben können. Emma und ich verließen den Raum und ließen die SuS alleine Disskutieren. Ergebnis: wir brechen ab weil 3 weitere Kinder abbrechen wollten. Kaum war dies ausgesprochen, zogen 2 Schülerinnen ihre Entscheidung zurück und wollten es morgen noch einmal erneut versuchen. Sollte das Pädagogische-konzept, das hinter den Herausforderung steht, tatsächlich funktionieren?!

 Auch in der Nacht wurde geweint, geschnarcht und mir bis dahin fremdartige Gerräusche erzeugt (ein gesangsähnlicher andauernder Ton der im oberen Rachenraum erzeugt wurde).

Soweit erstmal viele Grüsse aus Itzehoe

Samstag, 1. September 2018

Tag 1

Vorneweg, es geht allen gut. Niemand will abbrechen, alle wollen Nordstrand erreichen.
Doch fangen wir von vorne an.

Tag 1:
Mittwoch 09:00, es soll losgehen. Alle sind pünktlich, da kommt der erste Knüller: Ein Schüler hat seine Stöcke vergessen. Gut, schnell zwei Stöcke gebaut und los. Nach 400m der erste Zwischenfall: Eine Rucksackkonstruktion, die ich zunächst für eine logistische Meisterleistung hieß, entpuppte sich als tickende Zeitbombe. Mit einem lauten Plopp fielen sämtliche Jacken, die mühevoll am Rucksack eines Schülers außen angebracht wurden, in alle Richtungen davon. Also Rucksack neu packen. Langsam durch Pinneberg rollen. Es geht schleppend voran. "Herr Bollmann, meine Schultern tun weh",  ".Herr Bollmann können sie meinen Rucksack zumachen?", "Herr Bollmann ich kriege kein Wasser aus der Trinkblase", etc. usw...... .
Dann, nach 8 km kommt es zu einem unglaublichen Zwischenfall. Eine Schülerin möchte nicht mehr  weiterfahren,  ist sehr erschöpft. Ich schlage vor noch wenigstens 300m bis zum Schatten unter die Bäume zu fahren. Sie wollte lieber jetzt und hier sitzen bleiben. Also habe ich zwei Schülerinnen an ihre Seite gestellt und bin mit dem Rest zum Schatten gefahren. Dann fuhren zwei Schülerinnen zurück um ihr den Rucksack abzunehmen.  Kurze Zeit später bekam ich die Nachricht, dass ich schnell kommen soll. Ich hingefahren, mittlerweile waren drei Autos dort stehen geblieben, eine Frau versuchte die hyperventilierende Schülerin zu beruhigen. Notarzt gerufen, Polizei kam auch. Und jetzt gings erst richtkg los: Die Schülerin sagte sie sei mit Fieber gefahren (was zum Glück nicht stimmte), die wütenden Sanitäter machten mir klar, dass es lebensgefährlich sei mit Fieber Sport zu machen. Die Schüler verstanden nur, dass die  Schülerin in Lebensgefahr schwebt. Schließlich kam die Polizei noch und offenbarte, dass sie gegen mich wegen unterlassener Hilfeleistung ermitteln würde. Nachdem ich alles schilderte, ließen sie sich dann beruhigen. Als ich schließlich bei den Schülern fix und fertig ankam, war die Hälfte in Tränen aufgelöst. Teilweise aus Angst um die Schülerin, oder aus diversen anderen Gründen. Nach einer halben Stunde intensiver Beruhigungsarbeit, ging es endlich weiter.
Lange Rede kurzer Sinn. Wir sind tatsächlich in Horst gegen 17:30 angekommen. Dort erwartete man uns mit Säften, Nudelsalat, Würstchen,  Joghurt, Baguettes, Käse, Brot, Aufschnitt,  Naschi etc. Das hob zumindest bei den meisten die Stimmung. Dennoch wollten 3 SuS abbrechen. Nach diversen Elterngesprächen, leckerem Abendbrot, unzählig getrockneten Tränen und einer warmen Dusche, sind endlich alle eingeschlafen.

Viele Grüsse aus Horst